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Donnerstag, 24. März 2016

Das Hamsterrad [Depression]

Das Hamsterrad 

(Aus der Reihe: Ich und die Depression • Die Depression und ich - Teil 3/Hamsterrad) 


Das Hamsterrad kennt sicher jeder von uns. Im allgemeinen wird darunter verstanden, das man in seinem Trott fest steckt. 

Beispielsweise in einer ungeliebten Arbeit, die man des Broterwerbs halber auf sich nimmt oder in einer unglücklichen Beziehung, die doch aber mal so hoffnungsfroh begann und die man nun, da die Hoffnungen zerbrachen, nicht beenden kann. Weil man es nicht übers Herz bringt (sagt man sich selbst) und weil man (noch) nicht loslassen kann (eine oft unterschätzte Spielart). So steckt man, erstmal ohne Lösung, im Trott.

Nun, diesen gibt es auch in der Depression und er unterscheidet sich wenig von den eben genannten Beispielen. Ich möchte versuchen, hier zu schildern, wie es sein und aussehen kann, wenn man als Mensch mit Depressionen im Trott fest steckt, im Hamsterrad. Welcome to the show, haha. 

Es bedeutet, stetig Achterbahn zu fahren. Mal geht es dir so.. irgendwas, irgendwie.. und dann geht's wieder, hui, ab geht die wilde Fahrt, abwärts, in den Keller der Emotionen und du quälst dich mit (wahrscheinlich oft gestellten) Fragen. Überlegst in die eine und dann in die andere Richtung, wendest und drehst es von allen x Seiten, um festzustellen, das du (nein, immer noch nicht!) keine Lösung weißt, keine Lösung hast. Verzweiflung und ein Gefühl ewigen bratens im Fegefeuer kommt in dir auf. Und von hier an ist es auch nicht mehr weit zu Sinn-losen und Sinn-freien Gedanken über deine Person und Persönlichkeit. 

Unreflektiert übernimmt du negative Äußerungen, die andere, Nicht-Depressive, mal irgendwo über Depressive und/oder Menschen mit deiner Geschichte machten. Diese Bemerkungen ätzen sich allmählich bei jedem Hören immer weiter in deine Seele, (oft merkst du es nicht) um dann im 'geeigneten' Moment hervorzubrechen, um dir zu zeigen 'was du für eine/r' bist. Irgendwann hörst du diese Bemerkungen, manifestiert als dauernörgelnde Stimme des Fertigmachens. (Ein Beispiel dafür, was so eine Stimme mit einem machen und anrichten kann, findest du bei Interesse im Blogpost über Die Stimme)

Mit etwas 'Übung' (Achtung, Sarkasmus!) wird das zum Automatismus und du hälst dich selbst in diesem Moment (und sonst eigentlich auch fast immer, allein schon weil du depressiv bist und nicht funktionierst, haha) für den nutzlosesten und schlechtesten Menschen. "Ja, der ganzen Welt! Verdammt nochmal! Isso!", möchte man gar (selbst) behaupten, in diesem Moment.

Und dann sitzt du da, wo du immer sitzt, und stöhnst verzweifelt auf. Du willst dieses verfluchte Hamsterrad nicht mehr! Und die bittere Wahrheit ist: du kannst dieses Hamsterrad auch nicht mehr er-tragen! Du erträgst die scheinbare Alternativlosigkeit und Ausweglosigkeit deiner Situation nicht mehr und es presst dir vor Druck die Lungen zusammen, das dir das Atmen schwer fällt und du ganz zusammengesackt und entkräftet dahockst. Allein mit dir und deinen Gedanken. 

Willkommen in der Hölle, willkommen im Fegefeuer, willkommen im Hamsterrad!

Da hat es sich wieder manifestiert, das schwarze Loch. Und es droht dich zu verschlucken, du spürst den Sog. Du wirst immer kleiner und siehst dich schon im Dunkel verschwinden. Irgendein Hund bellt draußen. Du hörst es kaum. Und wenn schon. Es ist doch auch egal. Scheiß auf den Hund, scheiß auf alles, ist doch eh alles (.. hier bitte eigene "Klage-, Jammer- und Beschwerdethemen" einsetzen ..) ... , ... und ... ! (Du hast in diesem Moment (wieder) eine fette Rechnung mit (dir) und der Welt offen. Und leider keine Lösung.) 

Scheiß auf alle Hunde dieser Welt (irgendwie frisst du dich dann doch ein bisschen an diesem akustischen Reiz fest), Scheiß auf 'die', Scheiß auf mich, Scheiß auf verdammt nochmal einfach alles! 

*Bämm* Zack ist die Tür zu. Du hast nun den Kanal völlig voll, dir reichts. Ist sowieso alles Mist und machen kann man ja jetzt auch nichts daran und überhaupt, weißt du auch nicht mehr was überhaupt du tun kannst oder solltest (hast doch gefühlt auch schon 'alles' versucht, oder?) 

Willkommen im Hamsterrad! Willkommen auf der dunklen Seite der Macht! 

Mechanisch tragen dich die Beine in die Küche, der Griff zum Kaffee wird nun obligatorisch. Gegessen hast du auch schon wieder seit xx Stunden nichts, es wird höchste Zeit. Mit dem bischen der verbliebenen Kraft siehst du mit brennenden Augen und schmerzendem Schädel in den Kühlschrank und planst deine nächste Überlebensration. Mechanisch und desinteressiert, aber wenigstens hast du inzwischen gelernt, das der Körper ernährt werden muss, solange du noch keine Lösung hast. 

Danach wirst du zurückgehen, auf deinen Platz, dahin wo du immer sitzt (nein, vielleicht gehst du vorher lieber noch kontrollieren ob die Türklingel aus ist, denn du willst heute niemanden mehr sehen) und dir irgendwas im Fernsehen reinziehen. Deine Ansprüche sind gerade nicht allzu hoch, egal was, Hauptsache, du hörst Geräusche und fühlst die Stille und die Enge deines Käfigs nicht so sehr.. denn du brauchst dringend Ruhe, du musst dich erholen, vom Teufelskreislauf deiner Gedanken und der gefühlten Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht.

Willkommen, Du hast (für diesen Moment) das Hamsterrad überlebt!

Einmal mehr hast du es geschafft. Das ist eine gute Nachricht. (Ja, im Ernst!) 

Mach jetzt keine großen Pläne die dich dann vielleicht (oder wahrscheinlich) doch wieder überfordern. Lebe von Tag zu Tag. Immer ein Schritt nach dem anderen. 

Mehr braucht es für diesen Moment nicht. Manchmal ist es schon verflucht anstrengend überhaupt WEITERZUATMEN. Tu es einfach, denk nicht darüber nach, was (die) andere(n) dazu sagen würden/könnten/wollten. Du bist nicht die Anderen.

Scheiß auf die Anderen! Die anderen stehen im Stall und machen Muh. Um dich geht es. Mach dir das klar. Es ist okay, das du bist wie du bist. DU bist okay. 

Halte durch, irgendwann kommt der Moment, an dem du dies auch wieder selbst glauben kannst. Irgendwann kommt auch wieder der Moment, wo du wieder Leben fühlst. Bei mir fing es an, als ich mich wieder über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen lernte, weil ich sie wieder sah und erkannte.

Nimm in deinem Interesse Abstand von Bewertungen von Menschen zu Menschen und über Menschen. Denn das tut einem nicht gut. (Das hast du ja gerade wieder erlebt..) Mach dich frei.

Du atmest, also bist du. Und du bist okay, wie du bist. (Ja, auch wenn du grad am Ende bist.) So wie jeder Mensch von Haus aus okay ist, wie er ist. Mehr musst du für diesen Moment nicht wissen. 

Es gibt Licht am Ende des Tunnels, auch wenn es (noch) nicht zu sehen ist, ich 'schwöre', es ist da und du kannst es finden. * 
Dafür müsstest du allerdings (bitte) das Hamsterrad überleben. Und das ist leider nicht so selbstverständlich, wie manch einer landläufig vielleicht (immer noch) denkt. 


- Ende - 


Pat - 23.03.2016, 23:55h 
(*Ich habe es inzwischen gefunden.. vielleicht kann dir das etwas Mut machen?) 


P.S.: Dieser Text entstand spontan am Handy (und direkt im Blog) aus dem erleben der Depression insgesamt und speziell aus dem erleben verschiedener Eindrücke in den letzten Tagen/Wochen/Monaten. Wenn es raus muss, muss es eben raus. ;-) Und nun ist es raus. Gut so. 

Ich halte es für möglich, das der Eindruck entsteht, dass ich denke oder glaube Dir (dem Leser oder  Betroffenen) sagen zu dürfen/können, was du tun sollst. (siehe Text in der "Du Passage" nach dem "Weiterzuatmen") Das kann ich natürlich nicht und das will ich auch nicht.

Und du willst das sicher auch nicht. Es haben dir bestimmt schon genug Leute gesagt, was du Ihrer Meinung nach 'tun sollst' (oder was nicht) und ich möchte mich nicht in diese Reihe stellen und dir also nicht sagen, was du tun sollst, denn diese Entscheidung liegt in dir und in deiner Hand. Nirgendwo sonst und niemandem sonst gebührt sie.
Ich wünsche mir aber, dass du dieses und ähnliche Hamsterräder überlebst, bis du selbst eine Entscheidung treffen und eine Lösung für dich finden kannst, wieder ins Leben zurückzufinden und mit der Depression leben zu lernen. 
(Ja, doch, das geht!) 


Gute Nacht!

Pat

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Tags: Depression, Reflektion, IchunddieDepression, Hamsterrad 

Samstag, 19. März 2016

Sturmtochter [Kurzgeschichte]


Sturmtochter (illustriert von ColibriComics)
Dieses Bild wurde illustriert von @ColibriComics

Sturmtochter 

(Eine kleine Geschichte aus der Reihe "meditatives Schreiben")


Der Sturm, er tost ums Haus, wie auch inwendig, in mir.
Er bebt und ächzt und zittert - und lebt!
Ein gar eindrucksvoller Bote ist er mir.

Eine Stimme kündet von Liedern, die seit Generationen nicht gehört. Sie stammen aus längst vergangenen Zeiten und erklingen als kaum hörbare Laute.

Hey! Ohr, Du! Öffnest du dich für den Klang der Sirenen, oder tust du es besser nicht? 

Doch schon ist es geschehen. Oh Schreck. Kaum ward das Ohr gefragt, ob's hören möge, oder nicht... ?! 

Da ists auch schon vorbei mit des Ohres Entscheidungsfreiheit - das Gehirn übernimmt und öffnet die Tore, um die Klänge einzufangen... und! ... *aufgeregt flattert die Seele im Kreise herum..* 

... (die Erzählstimme ist in Aufregung und Wallung) ... 

..nun dringen sanft die Schallwellen ein und nehmen mich, auf eine leise Weise, mit auf die Reise.. wohin.. ja, wohin? 

... (die Erzählstimme wird ruhiger und sanfter) ...

Sie weiß nicht ob sie den Sirenen lauschen soll. Sind es gute Geschöpfe oder wollen Sie einen nur locken, das man in Ihre Falle, gar in Ihren Bann gerate? 

Bange Fragen stehen im Raum. 

(vorläufiges Ende am 02.01.2016, 02:26h) 

Doch dann lässt Sie sich tragen, fliegt auf luftigen Schwingen und mit der leisen Melodie mit. Sie zaudert nicht länger und fliegt mit dem Sturme mit. 

Sie bebt wie er, ächzt wie er inwendig und erzittert dabei. Und Ihre Schwingen werden der machtvollen Urkraft gewahr. Sie vertraut sich nun an und ist frei. Frei wie der Sturm. 

Nun kann nichts Sie mehr aufhalten, das Banale und Alltägliche vermag Sie nicht länger an sich zu binden. Es ist inwendig, wie außen. Kein Unterschied mehr. Sie ist eins mit dem Sturm, IST sie jetzt der Sturm? 

Ihre Schwingen streichen machtvoll und doch sanft durch Baumkronen, ziehen und rütteln an den Ästen. Ein Baum lässt, Ihr wie zum Gruße, ein tiefes Brummen hören, während Sie bereits auf dem Weg ist, weiter hinaus, ins Nichts und Alles zu fliegen. 

Die Menschen fürchten den Sturm, denkt Sie noch. Seine Kraft macht ihnen Angst, weil er die, die sich ihm in den Weg stellen, zerschmettern und zerstören kann. Doch wie auch das Feuer oder das Wasser Vernichtung und Tod bedeuten können, führen sie doch im Gepäck neues Leben mit. Indem das Alte zerstört wird, wird Raum frei für Neues. Aus dem Alten sprießt und erwächst das Neue. Und statt sich gegen den Sturm zu wehren, kann man mit ihm fliegen.

Mit diesem Gedanken gleitet Sie langsam in einen erholsamen Schlaf. 

- Ende - 


Pat - 03.01.2016 - 12:51h


Wissenswertes zum Text:

Diese Erzählung entstand in 2 Akten. Ich lag zu später Stunde müde und erschöpft im Bett und lauschte auf den Wintersturm draußen, auf seine Geräusche. Gedanken quollen und verbanden sich mit inneren Bildern. (Seelenbildern) Also schnappte ich mir mein Handy und schrieb sie trotz Müdigkeit und brennenden Augen in einem 1. Teil nieder. (siehe Datumsangabe)

Am Morgen danach griff ich den Faden wieder auf und schrieb den 2. Teil. 

Der Text wird von mir als Mix aus Phantasie, Seelenbildern und Naturgeschehen verstanden. Ich empfinde ihn selbst als etwas "schräg" und andererseits mag ich ihn, weil er aus der Reihe meditatives Schreiben stammt. Seine Art des Aufbaus und des Stil's betrachte ich als Experiment. Und wenn er vielleicht also ein schräges Experiment ist, so macht das nichts, es gibt ja noch einiges andere Schräge hier, da befindet dieser Text sich in guter Gesellschaft. ;-)

Deutungshoheit und Interpretation der Geschichte überlasse ich euch, den geneigten Leser*innen. 

Pat - 02.-04.01.2016



P.S.: Nachdem ich diese Geschichte geschrieben hatte, suchte ich nach einem dazu passenden Bild, am besten eines, das dem nahe kommen könnte, das ich innerlich sah, wenn ich an diese Geschichte dachte.. Also schrieb ich eines Tages mit der ColibriComics auf Twitter (einer lieben Bekannten, die gern und gut zeichnet -> siehe Website) und fragte sie, ob sie vielleicht das Bild, das ich innerlich sah, umsetzen könnte, damit dieser Eintrag eine Einheit in Wort und Bild bilden könne... und sie war so nett und sagte ja, und so entstand dieses Bild, das erste Bild, das exclusiv für das MrsLevia Blog gezeichnet wurde. (An dieser Stelle bitte ganz viel *Glitzer* vorstellen.. und einen *Tusch*. ) ;-)

Liebe S., ich möchte Dir hier nochmal meinen aufrichtigen Dank für die Umsetzung sagen und dafür, dass du mich angehört hast. Vielleicht sehen wir hier bald noch mehr von dir.

Pat, 12.04.2016

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Tags: meditativesSchreiben, nachgereicht, Geschichte 

Donnerstag, 17. März 2016

Mein Safespace [Depression]


Mein Safespace

(Aus der Reihe: Die Depression und Ich • Ich und die Depression - Teil 2/Safespace)



Heute möchte ich von meinem Safespace erzählen. Wie es kam, das es ihn gibt und warum es ihn gibt und davon, wie er aussieht und sich entwickelt

Ich denke, das jeder so einen Safespace hat, einen inneren Bereich, in den er sich bei Not mit sich selbst oder dem Außen zurückziehen kann. Nur ist er uns oft nicht bewußt. 

Ob ich so etwas früher bewusst hatte, weiß ich also nicht, aber irgendwann riet mir jemand dazu (ich war damals aufgrund einer schweren depressiven Episode in der Psychiatrie), mir so einen Raum zu erschaffen, an dem ich mich sicher fühlen und abgrenzen könnte. 

Es ging mir damals sehr schlecht, ich war am Ende meiner Kräfte, die Depression nagelte mich am Boden fest, ich selbst empfand mich als totale Versagerin (siehe auch den Eintrag "Die Stimme") und es kostete mich mein letztes bischen Kraft, mich gegen die Bilder zu wehren, die mir meinen möglichen Freitod zeigten. 

Eigentlich wollte ich nicht sterben und vor allem wollte ich nicht so sterben, aber so weiterleben konnte ich auch nicht mehr, weil ich die Depression und diese Stimme nicht mehr ertrug. Also tat ich das einzig sinnvolle und versuchte einen Break über einen freiwilligen Aufenthalt in der Psychiatrie, um aus der Situation zu kommen und mich irgendwie mit meiner Vergangenheit und der Depression arrangieren zu lernen. 

Streckenweise hatte ich dort große Probleme mit dem Verhalten anderer Menschen und litt unverhältnismäßig stark unter Bemerkungen und Gesten, die sonst zB. nur ehr doof oder nervig sind. Manche Dinge machten mir richtig Probleme und ich konnte schwer mit bestimmten Aktionen und Reaktionen meiner Mitpatienten und/oder des Pflegepersonals umgehen. So brachten mich oft schon Kleinigkeiten aus der Fassung und ich geriet ins schwingen und reagieren. 

Ziemlich blöd, wenn man sich selbst beobachtet, wie man neben sich steht und aber nichts dagegen tun kann, weil einen die Emotionen wie ein Wildfluss mitreißen, das man kaum Zeit hat, Luft zu holen und einen diese Sachen dann auch noch krass belasten, manchmal über Stunden oder länger. 

Im nachhinein denke ich, das ich damals große Probleme hatte mich abzugrenzen. Ich hatte keinen inneren Ruhepunkt (Safespace), so das mein Inneres immer mehr ächzte und wankte, wenn es sich mit dem Äußeren (der Umwelt) konfrontiert sah und eben dies konnte ich damals kaum noch händeln, da ich mit meiner Kraft am Ende war. (*)

Ich weiß nicht mehr, wer es konkret war, der mir zur Visualisierung eines Safespaces riet, aber der Tipp war, wie ich heute weiß, prima. Ich sehe mich, als wäre es erst gestern gewesen, in Gedanken dort in der Psychiatrie, im Raucherzimmer hocken, überlegend, wie so ein Safespace für mich wohl aussehen könnte. 

Ich hatte damals irgendwie erstmal so gar keine Idee. Dann dachte ich an Farben und ich dachte daran, das Blau etwas kühles hat. Etwas womit man unangenehmes abblocken und draussen halten könnte. Ich visualisierte etwas wie ein Schott oder eine Fahrstuhltür, das diese sich dann in leuchtendem Blau um mich herum schlösse und mir niemand hinter diese Barriere folgen könnte. 

So entwickelte der Safespace sich in etwas, was in der Größe ein wenig einer Kabine mit einer sie umlaufenden 'Tür' ähnelte. Ich weiß nicht warum, aber innen ist dieser Raum von einem strahlenden Weiß erfüllt. Das könnte kalt wirken, tut es gefühlt aber nicht. Gerade durch das Weiß hat der Raum etwas helles, neutrales und reines, so dass ich mich darin wohl fühlte. 

Für einige Jahre blieb dieser Safespace so, er erfüllte seinen Zweck und mit der Zeit geriet er mehr und mehr in Vergessenheit. 
Im Zuge der Eigenachtsamkeit habe ich ihn nun wieder entdeckt und heute den Tipp bekommen, ihn vielleicht zu verschönern oder auszubauen. Und wißt ihr was? Das tolle daran ist ja: dadurch, dass dieser Raum in meiner Innerwelt steht, ist dort unter Zuhilfenahme meiner Phantasie alles an Gestaltung möglich. ;-) 

Vor kurzem hatte ich eine interessante Begegnung mit dem Safespace. Ich meditierte und Gedanken bombardierten mich immer mal wieder, auch viele blöde und nervige Gedanken (was ich gerade versuchte abzustellen), und plötzlich stand ich in einem großen, leuchtend weißen Oval von Raum. Er war riesig und wirkte ähnlich nüchtern wie ein moderner Konferenzraum. Erfüllt von einem überirdisch weiß leuchtendem Licht war er gebaut aus dicken Mauern, aus den an den Längsseiten unzählige Türen in die beiderseitigen Flure führen. Auf diese Türen nun, sah ich auf beiden Seiten die nervigen Gedanken zustürmen. Sie wollten in den Raum, unbedingt, um mich (weiter) zu bedrängen. Was ich dann erlebte, war faszinierend. Ich sah, wie sie dort, einer nach dem anderen und manchmal mehrere zugleich, manifestiert als graue Schattenwesen, gegen die Türen stürmten und das es ihnen gelang , diese auch teilweise aufzustemmen. 

Und dann wurde es immer heller im Raum, das Weiß steigerte sich in einen leuchtend weißen Dunst und die Türen schlossen sich sanft, aber nachhaltig und kraftvoll vor den Eindringlingen. Zu hören war kein Laut. 

Die Szenerie hatte etwas ungeheuer friedliches und sicheres und dann erkannte ich, das ich mich mitten in meinem Safespace befand, nur das er sich "ein wenig" verändert hatte. Ich hatte ein bemerkenswertes Erlebnis gehabt.

Vielleicht hat auch dieses Erlebnis erst wieder so richtig mein Augenmerk auf den Safespace gelenkt, so dass ich das kürzlich auch mal auf Twitter thematisierte und fragte, wie andere sich ihren Safespace wohl vorstellen würden. Und wie es dann so ist und oft so geht, liest das dann jemand, mit dem man sich gerade unterhält und der gibt einem dann den Rat den eigenen Safespace zu verschönern oder gar auszubauen und so schließen sich Kreisläufe und entwickeln sich Dinge. Falls Du das hier liest, liebe B., vielen Dank für deine Inspiration. 

Ich glaube, sich so einen Safespace zu kreieren, ist immer eine gute Sache, man muss nicht zwingend psychische Probleme haben, um sich so einen Raum zu erschaffen. Es ist ein Ort der Ruhe und des Rückzugs und so einen Ort braucht doch jeder Mensch. Etwas, was ganz allein ihm gehört und wo er bestimmt, wie dieser Ort sein und aussehen soll. 



Pat - 17.03.2016, 19:38h
* ergänzt am 22.03.2016


Tags: Depression, Achtsamkeit, Safespace, IchunddieDepression

Sonntag, 6. März 2016

Dreierlei Gedichte im Februar [Gedicht]

Twitterfundstück



 












 

Dreierlei Gedichte im Februar

 (dreierlei Fundstücke aus eigener Feder aus dem Februar 2016)


Zittern 


Wenn ein Zittern durch die Seele geht,
und etwas sich mit wimmern und klagen erhebt,
so möchte ich liebevoll sein,
es umarmen und für es scheinen.
Möchte den Schmerz und die Traurigkeit nehmen,
möchte helfen beim sehnen,
nach Liebe und Licht,
möchte ein Zeichen geben,
denn ich liebe - auch dich.


Pat - 28.02.2016, 12:40h 
Tags: Gedicht, Achtsamkeit, Liebe

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Strahle


Wenn du kannst, dann strahle. 
Scheine in die Welt hinaus,
sei allen Menschen ein Licht, 
damit auch sie erstrahlen können, 
in Liebe.


Pat - 28.02.2016, 14:53h
Tags: Erkenntnis, Achtsamkeit, Liebe

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Leben


Die Welt ist ein einziges riesiges Theater
in dem wir das Schauspiel unseres Lebens darbieten.
Mal ist es ein Drama, mal ehr Komödie, mal mehr ein Trauerspiel.
Doch ist es IMMER unser LEBEN!
Darum, sei achtsam damit, Mensch.


Pat - 29.02.2016, 13:05h
Tags: Leben, Achtsamkeit, Gedicht 

Donnerstag, 3. März 2016

Ab jetzt: Gesund darf es sein! [Ernährung]

Ab jetzt: Gesund darf es sein! 

(Über meine Ernährungsumstellung und die Investition in einen Blender)

Heute geht es hier mal um etwas anderes, als um die üblichen Themen, nämlich um Ernährung. Vor ca. 1,5 Jahren habe ich meine Ernährung ziemlich komplett umgestellt und dabei unter Zuhilfenahme des Kalorien-Zählens 20 Kg abgenommen. Das war natürlich toll und unter anderem mein Ziel, aber nicht der ausschlaggebende Punkt für die Ernährungsumstellung. Im Sommer 2014 war es plötzlich soweit, das ich der Meinung war, etwas tun zu müssen. Bis dahin hatte ich mich einige Jahre sehr schlecht ernährt. Viel Kaffee mit viel Zucker, Pizza, Industriefood, ab und an gab es auch Obst, aber insgesamt war das doch alles sehr ungesund, was und wie ich aß und ich aß im Schnitt auch zu wenig, wie sich beim Kalorien zählen herausstellte. 2014 waren es durchschnittlich 1200-1400 Kcal täglich, was viel zu wenig war. Allein mein System benötigt täglich im Grundumsatz circa 1560 Kcal. Dazu muss man noch rechnen, was man durch Bewegung verbraucht. Das ergibt dann den Gesamtumsatz. Empfohlen werden heutzutage mindestens 2000 Kcal täglich, meiner bescheidenen Meinung nach ist dieser Basiswert aber zu hoch angesetzt. (Soweit ich das in Erinnerung habe, wurde dieser Wert auch mal von 1800 auf 2000 hochgestuft.) Im Netz gibt es Rechner, mit denen man seinen Grundumsatz und Gesamtumsatz bequem ausrechnen kann, um zu erfahren wieviel Kcal man täglich zu sich nehmen sollte. 

Ich lernte also stückchenweise wieder mehr zu essen und gut zu essen, bis ich mich bei einem Tagesdurchnitt von durchschnittlich 1700/1800 Kcal eingerichtet hatte. Bei leichter Bewegung reicht das für mich. 
Ich beschäftigte mich dann, für mein Verständnis, ziemlich umfassend mit meiner Ernährung und recherchierte dabei viel im Netz. Dabei wurde mir schnell klar, wie sträflich ich meinen Körper in den schlimmen Jahren der Depression vernachlässigt hatte. Es war kein Wunder das ich mich schwach und kraftlos fühlte, irgendwie war mir das gesunde nachdenken darüber abhanden gekommen. Irgendwie war mir jede gesunde Ordnung in punkto gesunde Ernährung völlig abhanden gekommen. Ich aß, weil ich essen musste. Weil man sonst stirbt. Aber ich aß weder gerne noch bewußt. Oh man, das hatte ich über Jahre so durchgezogen, bis sich dann wohl mein Überlebensinstinkt meldete. (Gut das er es tat, ich bin ihm wirklich dankbar dafür.) Auf jeden Fall hatte ich quasi von heute auf morgen den Plan Kalorien zu zählen und mich besser zu ernähren. Ich habe mich mit LowCarb und Paleo beschäftigt, mit dem pushen des Eiweißwertes genauso, wie mit dem Verzicht auf ungesunde Fette und Kohlenhydrate. Am Anfang war ich ziemlich verkrampft, aber mit der Zeit lernte ich meinen Körper besser kennen und auch die Waage entwickelte sich zum unterstützenden Freund. Ich realisierte das man nicht gleich 2Kg zulegt, weil man einmal sündigt. Ich lernte, das wer Verzicht übt, auch mal sündigen darf, zum Beispiel an einem Cheatday pro Woche. (Gute Sache um -besonders am Anfang- Druck und Frust rauszunehmen.) Ich lernte das Kohlenhydrate Wasser im Körper binden und es einem erscheint, das man zugenommen hätte, es aber nur gebundenes Wasser ist, das auch bald wieder verschwindet. Und ich lernte noch viele andere Dinge, die ich hier nicht alle aufzählen kann.

Ich bereitete meine Mahlzeiten jetzt selbst zu, aus ursprünglichen und möglichst unverarbeiteten Zutaten. Obst und Gemüse sind entweder frisch oder ersatzweise TK Ware. Auf Kristallzucker habe ich weitgehend verzichtet. Folglich auch auf industriell verarbeitete Nahrungsmittel mit viel Zucker wie zB. Puddings, Fruchtjoghurts, Fruchtquarks, Kakao, Säfte aus Konzentrat und dergleichen. Saft ja, aber nur noch Direktsaft, keine Konzentrate. Wenn ich Lust auf Obstjoghurt oder Obstquark hatte, stellte ich ihn nun selbst zusammen. Frisches Obst, Quark, etwas Honig vielleicht und fertig. Alternativ kann man auch noch Kräuter oder Gewürze hineingeben. Sehr ursprünglich und sehr lecker, komplett ohne Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe. 

Krass, was die Industrie heutzutage so alles mit Lebensmitteln mischt und das als Essen ausgibt. Wenn man anfängt sich damit zu beschäftigen, was so an Chemie in den bequemen Fertigpacks, Dosen und Tüten steckt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus, mit welchen Tricks da gearbeitet wird, um an unser Geld zu kommen. 

Mein Körper ist der Tempel meiner Seele, das habe ich inzwischen begriffen. Man wirft nichts schädliches und nutzloses in den Tempel, das macht keinen Sinn. 

Ich fing dann auch wieder an Fisch zu essen und kaufte Fleisch nur noch frisch. Auch hier: kein verarbeiteter Schiggimiggikram mehr, Ausnahme: Wurst & Schinken. Es gab zum Beispiel Lachs, Makrele, Alaska Seelachs, Rollmops, Matjes und dergleichen leckeres. Hühnerfleisch, ab und zu gemischtes Hack oder eventuell (selten) auch mal Rindfleisch. Wenn Fleisch: viel weißes, kaum rotes lautete die Devise. Milch, Käse, Butter war okay. Als Öle kamen mir nur noch hochwertige Öle wie Olivenöl und nach Bedarf Walnuss, Erdnuss oder zB. Kürbiskernöl ins Haus. Nüsse sind auch ganz toll, kleine Kraftpakete der Natur mit viel ungesättigten Fettsäuren, sollten aber nicht geröstet und gesalzen sein. Auf ungesunde Kohlenhydrate wie aus Weißmehl wollte ich möglichst ganz verzichten. Als Kompromiss für mich war Mischbrot okay, reines Weißbrot ehr nicht. Nudeln und Reis hatte ich eine Weile komplett gestrichen, Kartoffeln nur selten gegessen. Dafür gab es viel Gemüse, Pilze, Eier oder etwas Fisch/Fleisch. Morgens gab es zum Beispiel Obstquark, mittags Brot mit Belag und abends eine Gemüsepfanne mit Hähnchenfleisch. Oder Fisch mit Pellkartoffeln. Ich fing sogar an, mir meine eigene Mayonnaise zu machen, wenn ich mal einen Kartoffelsalat machen wollte. ;-) Inzwischen ist es selbstverständlich für mich geworden bewusst einzukaufen. Ich wurde schon oft gesichtet, wie ich im Supermarkt stirnrunzelnd Etiketten las, die Inhaltsstoffe und Wertetabelle studierte, um das Gegriffene dann doch schnell wieder zurückzustellen. ;-) Und zu manchem greife ich heute sehr gerne, anders als früher. So gleichen sich die Dinge auf lange Sicht wieder aus. 

Klar gibt's bei mir auch mal eine Fertigpizza oder eine Konserve. Ich bin ja keine Heilige und manchmal halt auch ideenlos oder "faul" oder zeitarm und dann geht's auch mal so. Dabei fällt mir dann aber meistens auch auf, das mein selbst gemachtes Essen viel besser und echter schmeckt. Es ist eben nicht geschmacksnormiert, sondern natürlich. Ich weiß was drin ist und was NICHT drin ist. Ein unschätzbarer Vorteil, wenn man an Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und Konsorten denkt.

Jetzt bin ich seit gestern stolze Besitzerin eines Mixers (Blenders) und damit eröffnet sich mir die wundervolle Welt der Smoothies, Shakes und Gemüsesäfte oder Dips. Ich bin ganz begeistert von den vielen Möglichkeiten, die sich mir bieten. Ich plane künftig täglich ca. 100g Grünfutter in Smoothies zu verarbeiten. Beispielsweise (Baby)Spinat, Mangold, Feldsalat, aber auch Blattgrün von Wurzeln oder Radieschen, Löwenzahl, eventuell auch Sprossen oder Samen.  Das wird mit Gemüse wie zB Tomaten, Gurke, Staudensellerie, Paprika oder Avocado verarbeitet. Wahlweise in Kombination mit Obst oder nur Gemüse. Aufpeppen kann man das mit Ayran, Milch, Joghurt, Quark oder Wasser. Frische Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Minze oder Zitronenmelisse passen sicher auch gut dazu, je nachdem was man zubereitet. Zimt oder Ingwer machen sich, je nach Zusammenstellung des Smoothies oder Shakes sicher auch gut. Das sind jetzt natürlich erstmal nur Beispiele und ich werde sicher noch lernen, die Liste gesunder Zutaten weiter zu komplettieren und zu erweitern. 

Ich war mal auf einer Koch Webseite aktiv. Damals habe ich an die 170 Rezepte hochgeladen, alle aus (Familien)Kochbüchern und aus eigener Feder. Ich bin gespannt wieviel Smoothies und Shakes man erfinden kann. ;-)

Am meisten freut mich, das ich wieder kreativ werden kann und mir damit etwas gutes tue. Gerade das essen von Gemüse habe ich in letzter Zeit etwas schleifen lassen und viele Gemüsesorten machen sich sicher ganz hervorragend im Mixer. :) 

Vielleicht, mal abwarten, könnte ich später auch das ein oder andere gelungene Rezept hier auf's Blog stellen. Ich weiß ja nicht, ob es dafür Interesse gäbe. Falls ihr euch auch für gesunde Ernährung/Smoothies/Shakes interessiert oder/und ihr dazu eigene Rezepte mitteilen wollt: bitte fühlt euch frei die Kommentarfunktion unter diesem Post zu nutzen. Ich beiße auch nicht, versprochen! ;-) 


Pat - 03.03.2016, 23:25h   

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P.S.: 
Liebe Leser-/innen, vergebt mir bitte dass dieser Text etwas dahingeschludert daherkommt, es ist spät und ich sitze gemütlich auf der Couch. Das darf es mal etwas lockerer zugehen beim schreiben. ;) 

Tags: Ernährung, gesund, Smoothies,Shakes